Teil 2 Einfache Anwendungen der QMVorwortEinleitung1. Verallgemeinerung der Wellengleichung2. Der Operator für den Impuls3. Der Orts - Operator4. Das Teilchen im Kasten5. Bewegung in zwei Dimensionen6. Die harmonische Schwingung7. Umlauf in zwei Dimensionen8. Mathematische Werkzeuge9. Umlauf in drei Dimensionen10. KugelflächenfunktionenZum Schluss Über die Ursache der SchwerkraftWas ist LadungDas Wasserstoffmolekül – IonDie KernkraftElementare StrukturenTeil 1 Einstieg in die Quantenmechanik (QM)Teil 2 Einfache Anwendungen der QMTeil 3 Weiterführende QMDas energieerhaltende GravitationsgesetzTheoretische Untersuchung der Rydbergkonstante des WasserstoffatomsÜber die innere Struktur der ElektronmasseÜber die innere Struktur des NeutronsÜber den Zusammenhalt der Nukleonen im AtomkernElementar-Physikalische Aufsätze |
7. Umlauf in zwei Dimensionen7.1. Drehimpulsoperator „Umlauf“ ist eine Bewegungsart, die bei der Behandlung der elektronischen Struktur von Atomen, in denen Elektronen um den Kern kreisen können, eine bedeutende Rolle einnimmt. So wie wir die Translation eines Teilchens (Bewegung entlang einer Achse) durch seinen Impuls beschrieben haben (s. Gl. (14), können wir auch den Umlauf eines Teilchens als Bewegung entlang eines Kreisumfangs durch seinen Drehimpuls J beschreiben. Zur Berechnung des Drehimpulses verwenden wir die in der nächsten Abbildung gezeigte Vorrichtung aus der klassischen Mechanik. Drehimpuls einer Masse (m)
Abbildung 15 Eine Masse (m) sei über einen Stab der Länge r mit einem auf der x, y-Ebene senkrecht stehenden, reibungsfreien, drehbaren und im Vergleich zur Masse (m) praktisch masselosen Stab fest verbunden. Auf die Masse (m) wirke nun für eine kleine Zeit (t) eine Kraft (F) unter einem Winkel (a) auf die Masse (m). Aufgrund des auf die Masse (m) ausgeübten Kraftstoßes (Impuls)
Das negative Vorzeichen resultiert aus gewählten der Lage (a) der Kraft (F) in Bezug auf die Fx, Fy- Koordinaten. Es ist aus Abb. 15 sofort zu sehen, dass die Komponente
Dies ist die nach den Gesetzmäßigkeiten der klassischen Mechanik hergeleitete Grundformel für den Drehimpuls.
Im folgenden beginnen wir mit der Suche nach der Wellenfunktion
Bevor wir versuchen, die Wellenfunktion des Drehimpulses zu bestimmen, transformieren wir die kartesischen Variablen (x, y) in Polarkoordinaten,
Aus Gleichung (69) lässt sich der folgende Zusammenhang zwischen den Flächenelementen dx, dy und den kartesischen Variablen x, y herleiten. Durch Quadrieren ergibt sich
Durch Einsetzen des Impulsoperators
Dieser Ausdruck lässt sich nun leicht in die Darstellung mit Polarkoordinaten überführen. Durch Quadrieren ergibt sich
Dies ist die gesuchte Transformationsgleichung für den Drehimpuls. Nun Multiplizieren wir beide Gleichungsseiten noch mit
Damit haben wir, ausgehend von der klassischen Mechanik, den Drehimpulsoperator, ausgedrückt in Polarkoordinaten, gefunden und sind der Herleitung der Wellengleichung des Drehimpulses einen großen Schritt näher gekommen. Bevor wir nun irgendeine Wellengleichung suchen, betrachten wir im nächsten Kapitel zunächst die physikalischen Eigenschaften des Drehimpulses aus quantenmechanischer Sicht.
Der Betrag des Drehimpulses ist J=I×w, wobei in dieser Formel w die Winkelgeschwindigkeit und Der Drehimpuls eines Teilchens ist groß, wenn es ein großes Trägheitsmoment besitzt, also eine große Masse hat und sich auf einem großen Radius bewegt und seine Winkelgeschwindigkeit ist groß, wenn es schnell auf seiner Kreisbahn umläuft. Die Newton’sche Gleichung lautet in diesem Fall
Drehimpuls eines Teilchens
Abbildung 16 Betrachten wir nun nochmals ein Teilchen der Masse m, das sich nur auf einer Kreisbahn mit Radius r in der xy-Ebene bewegen kann und dessen potenzielle Energie überall null ist, so dass die kinetische Energie gleich der Gesamtenergie E=p2/2m ist. In der klassischen Mechanik ist der Drehimpuls um die z-Achse (die senkrecht auf der xy-Achse steht) Jz=rp, so dass wir die Energie Jz2/2mr2 schreiben konnten (s. Gl. (76)). Es ist jedoch mr² gerade das Trägheitsmoment I der Masse, so dass Teichen auf einem Ring
Abbildung 17 Wenn f über 2p hinaus ansteigt, verändert sich die Wellenfunktion zwar weiterhin periodisch, würde aber im allgemeinen andere Werte annehmen, als am selben Punkt bei früheren Umläufen. Dies bedeutet, dass die Wellenfunktion am gleichen Ort sich sprunghaft verändert hätte, was nicht akzeptabel ist. Dieses Problem kann dadurch gelöst werden, dass die Wellenfunktion bei den einzelnen Umläufen immer wieder dieselben Werte annimmt (s. Abb. (17b)). Damit die Wellenfunktion diese Bedingung erfüllt, muss der Umfang des Kreises (
Damit haben wir die quantenmechanischen Zusammenhänge erörtert.
Die Schrödinger-Gleichung für den Impuls eines Teilchens in einer xy- Ebene (mit V=0) haben wir bereits mit Gl. (41) kennen gelernt. Dort war Bezogen auf die kartesischen Koordinaten gilt Wir haben hier das Zeichen Wir schreiben Aus diesen allgemeinen Lösungen wählen wir jetzt die akzeptablen Wellenfunktionen aus, indem wir die einzige Einschränkung machen, dass die Funktion eindeutig sein soll. Das bedeutet, dass die Wellenfunktionen eine zyklische Randbedingung erfüllen müssen und an Punkten, die genau 2p voneinander entfernt sind, die gleichen Werte annehmen müssen: 7.4. Überprüfung des Drehimpulsoperators Unsere bisherigen Schlussfolgerungen können wir in einem Satz zusammenfassen: Auch die Umlaufenergie ist gequantelt und auf die durch Gl. (78) gegebenen Werte Unter Vernachlässigung der Normierungskonstante ergibt sich
Zuletzt wollen wir nach dem Ort des Teilchens fragen, das sich in einem Zustand mit definiertem Drehimpuls befindet.
Wie üblich bilden wir die Wahrscheinlichkeitsdichte Da dieser Ausdruck nicht von f abhängt, ist die Wahrscheinlichkeitsdichte, das Teilchen anzutreffen an jeder Stelle seiner Bahn gleich groß. Sein Ort ist also vollkommen unbestimmt: Die Kenntnis des Drehimpulses verbietet es, etwas über die Position des Teilchens auszusagen. Winkel und Drehimpuls sind komplementäre Observablen. Die Unmöglichkeit, ihre Werte gleichzeitig mit beliebiger Genauigkeit anzugeben ist ein weiteres Beispiel für die Unschärferelation. |
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