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Wer erwartet uns nach dem Tod?

Gott, unser Vater

Verehrte Leserinnen und Leser! Ich könnte nun mit wenigen Worten antworten: Gott wartet auf uns! Wer ist dieser Gott? Ich möchte nun keine langen theologischen Ausführungen machen. Ich höre alle "Wenn und Aber". Da ist doch im Alten Testament so oft die Rede vom zornigen Gott, vom strafenden, rächenden und gerechten Gott; von einem Gott, der auf Rache sinnt; der die Kinder für die Sünden der Eltern straft usw. .

So sehr uns die Bilder des Alten Testamentes von Gott ängstigen und erschrecken könnten und bei älteren Menschen auch ihr Gottesbild verdunkelt haben, möchte ich einige Bilder herausgreifen, wodurch die Propheten das Wesen Gottes, die Liebe Gottes zu uns Menschen den Menschen ihrer Zeit gezeichnet haben. Ich habe schon angedeutet, daß wir nur Vergleiche aus unserem Leben heranziehen können um das übernatürliche Leben uns verständlich zu machen. Wir können nur sagen: So ähnlich ist es. So ist das Wesen Gottes. Solche Bilder und Vergleiche gebrauchen auch die Seher und Propheten des Alten Testamentes. Einige dieser Bilder, die die Liebe Gottes zu uns Menschen zum Ausdruck bringen, sollen hier angeführt werden. - Nach der glücklichen Heimkehr des jüdischen Volkes aus der babylonischen Gefangenschaft erinnert der Prophet Jesaja sein Volk noch einmal an die Heimführung des Volkes mit den Worten: "Kann eine Frau ihr Kindlein vergessen, eine Mutter ihren leiblichen Sohn? Und selbst wenn sie ihn vergessen würde, ich vergesse dich nicht. Sieh her: Ich habe dich eingezeichnet in meine Hände." (Jes 49,15-16).

Man denkt unwillkürlich an das deutsche Wort "tätowieren" das Einbrennen, das Einritzen in die Hände oder Arme. Der Prophet will die durch nichts zu er­schütternde Liebe Gottes zu seinem Volk zum Ausdruck bringen. Ebenso geben Zeugnis von seiner Liebe folgende Worte beim Propheten Jesaja wenn das Volk sich gegen Gott versündigt hat. Auch bei einer noch so großen Schuld, wendet sich Gott nicht von uns ab. Wir Menschen dürfen seiner Liebe keine Grenzen setzen: Wären eure Sünden auch rot wie Scharlach, sie sollen weiß werden wie Schnee. Wären sie rot wie Purpur, sie sollen weiß werden wie Wolle. (Jes 1,18).

Mit einem heiligen Schwur bekräftigt Gott seine Worte: So wahr ich lebe, spricht der Herr, ich will nicht den Tod des Sünders, sondern daß er sich bekehre und lebe (Ez 33,10).

Abschließen möchte ich die Reihe der Bilder aus dem Alten Testament, die uns die Liebe Gottes kundtun mit den ebenso frohmachenden wie ermutigenden Worten beim Propheten Hosea. Hosea ist der erste Prophet, der die Zuwendung Gottes zum Menschen mit dem Wort "lieben" kennzeichnet. Da legt der Prophet Gott die Worte in den Mund: "Wie könnte ich dich preisgeben, Ephraim, wie dich aufgeben Israel . . . Mein Herz wendet sich gegen mich, Erbarmen überwältigt mich" (Hos 11,8). "Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben" (Hos 14,5).

Wenn einer uns beleidigt hat, wie oft sagen wir dann auch: Das lasse ich mir nicht bieten. Das werde ich ihm heimzahlen. Das sagt uns unser Verstand. Aber unser Herz wehrt sich gegen eine Bestrafung. Auch wir sagen dann: "Das bringe ich nicht übers Herz. Das kann ich ihm nicht antun." Gott vergißt uns nicht in seiner Liebe, auch dann nicht, wenn wir ihn über Jahre vergessen haben. Gott läßt uns nicht los, auch wenn wir ihm davonlaufen wollen wie der verlorene Sohn (Lk 15,lff). Gott liebt ohne Bedingungen, er liebt ohne Gegenliebe, weil er uns dieses Leben geschenkt hat.

Bei Hausbesuchen stellten mir die Menschen immer wieder die Frage: Was erwartet uns denn nach dem Tod? Sektenprediger wollen uns klar machen, daß sie mit den Toten in Verbindung getreten seien, daß sie auch uns eine Verbindung vermitteln könnten! Manche kommen mit dem Einwand: Es ist noch keiner von drüben herübergekommen! Doch, es ist einer gekommen, der uns die frohe Botschaft verkündet hat, daß Gott unser Vater ist: Unser Herr Jesus Christus! Alles menschliche Denken übersteigend sind die Aussagen, die Christus von seinem himmlischen Vater gemacht hat. Als er eines Tages zu seinen Jüngern über das Beten spricht, schien es, als wollte er endgültig ihnen dazu verhelfen, alle Schranken der Angst hintanzustellen, alle Riegel vor verschlossenen Türen aufzumachen und das Geheimnis: Gott und Mensch zu lüften. Er sagt ihnen: "So sollt ihr beten: Unser Vater im Himmel, dein Name werde geheiligt, dein Reich komme, dein Wille geschehe wie im Himmel, so auf der Erde. Gib uns heute das Brot, das wir brauchen. Und erlaß uns unsere Schulden, wie auch wir sie unseren Schuldnern erlassen haben. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern rette uns vor dem Bösen" (Mt 6,9-13).

Das ist das unerhört Neue: Wir können mit Gott auf Du und Du gehen. So wie mit unserem leiblichen Vater. So wie ein Kind mit seinem Vater umgeht. Es weiß sich geborgen in der Nähe des Vaters. Es ist überzeugt, daß in der Nähe des Vaters ihm nichts passieren kann. Es weiß, daß es mit jeder Bitte zu seinem Vater kommen kann. Nun müßte ich ihnen die Texte des Neuen Testamentes zitieren, wo Jesus von seinen und unserem Vater spricht. Ich müßte auf die Gleichnisse hinweisen, die uns seine Liebe veranschaulichen, z. B. die 12 Stellen in der Bergpredigt, wo er vor den Volksmassen immer wieder auf diese "Liebe des himmlischen Vaters" zu sprechen kommt (Mt Kap. 5-7). Unübertroffen in ihrer Anschaulichkeit sind zwei der schönsten Gleichnisse des Neuen Testamentes, durch die uns Jesus von der Liebe des himmlischen Vaters zu uns überzeugen möchte. Es ist das Gleichnis vom verlorenen Sohn (Lk 15,11-32) und vom barmherzigen Samariter (Lk 10,3o-37). Vielleicht haben sie kein Neues Testament zur Hand. Darum möchte ich ihnen das Gleichnis vom verlorenen Sohn hier anführen. Es hat schon so vielen Menschen Mut gemacht, Hoffnung und Zuversicht gegeben in der Erwartung der Begegnung mit unserem himmlischen Vater.

Weiter sagte Jesus:

Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen. Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land, und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen, aber niemand gab ihm davon. Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen, und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und ihm sagen: Vater, ich habe gegen den Himmel und gegen dich gesündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein, mach mich zu einem deiner Tagelöhner.

Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen, und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küßte ihn. Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt, ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein. Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand, und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder, er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen ein fröhliches Fest zu feiern.

Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz. Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht anwartete: Dein Bruder ist gekommen, und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu. Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir, und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt, mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet. Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden." (Lk 15,11-32).

Neben den Aussagen Christi über unseren Vater im Himmel, möchte ich nun das eine oder andere Zitat aus den Paulusbriefen anführen. Ihn hat Gott in Visionen in das innerste Geheimnis seines Wesens schauen lassen (Apg 26,15; 2 Kor 12,1; Gal 1,15 f). Im Brief an die Römer weist Paulus auf die Folgen hin, die das Kind-Vater-Verhältnis für uns bedeutet. "Ihr habt den Geist empfangen, der euch zu Söhnen macht, den Geist, in dem wir rufen: Abba, Vater! So bezeugt der Geist selber unserem Geist, daß wir Kinder Gottes sind. Sind wir aber Kinder, dann auch Erben. Wir sind Erben Gottes und Miterben Christi, wenn wir mit ihm leiden, um mit ihm auch verherrlicht zu werden!" (Röm 8,16-17).

Im gleichen Brief an die Römer, der eine Zusammenfassung der paulinischen Theologie enthält (Einl. d. Einh. Bibel), glaubt man eine Vision des Apostels für unsere Zeit heute zu erkennen. Die Menschen damals hatten dieselben Probleme wie wir heute. Es bedrängten sie die Fragen: Was ist der Sinn unseres Lebens? Was kommt nach dem Tod? Gibt es ein ewiges Leben? Unsicherheiten, Zweifel und Ängste bewegten die Menschen damals wie uns heute, und voll heiliger Überzeugung und im Bewußtsein im Auftrag Gottes zu handeln, schreibt er: Was ergibt sich nun, wenn wir das alles bedenken? Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht geschont, sondern ihn für uns alle dahingegeben. Wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken? Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht. Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für sie ein. Was kann uns scheiden von der Liebe Christi: Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert? . . . Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat. Denn ich bin gewiß: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten der Höhe oder Tiefe, noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn!"(Röm 8, 31-39).

Für mich als Seelsorger gehören diese Worte des Apostel Paulus zu den ermutigendsten und beglückendsten Wahrheiten des Neuen Testamentes. Ich habe sie in kritischen Situationen meines Lebens immer wieder gelesen, sie meditiert und neuen Mut und neue Hoffnung geschöpft, ja, mit neuer Freude und Hingabe mich in den Dienst des Herrn gestellt. Ich habe meine Zuversicht, meine Hoffnungen und Erwartungen den Gläubigen in meiner Verkündigung mitzuteilen versucht.

In einem Exkurs möchte ich hier eine Kurzpredigt zu diesem Thema einfügen: