StartseitePhysik - Theologie
Startseite Physik Theologie Download Kontakt
Sinn von Natur und Geschichte aus christlicher SichtDie Freude der UmkehrInterpretation über den Kreuzweg JesuBild zum Kreuzweg in kreuzformDer Name GottesDas Wunder des TodesDer vergessene HimmelDer instinktlose MenschJesus ist GottEndzeitliche EreignisseHinweise auf Jesus und Maria im alten TestamentMarienerscheinungenDie entschlüsselte Apokalypse.Abfolge der endzeitlichen EreignisseBetrachtungen zu "Jesus am Ölberg"

Schlußgedanken

Verehrte Leserinnen und Leser! Nun sind sie mit dem Büchlein zu Ende gekommen. Wenn sie sich erinnern, so steht auf der Titelseite unten: "Eine Einladung"! Was ich ihnen hier geschrieben habe, sind Zeugnisse unseres Glaubens: Worte Christi, der Apostel und Seher, vor allem aus dem Neuen Testament. Sie werden nirgendwo den Satz gefunden haben: "Das müssen sie glauben"!

1. Wenn sie sich ein Bißchen in den Evangelien auskennen, dann werden sie festgestellt haben, daß Jesus nie die Worte gebraucht hat: Du mußt glauben! Er bittet um Glauben. Alle seine Wunder sind eine Einladung zum Glauben. Immer wieder heißt es: "Dein Glaube hat dir geholfen". (Mt 9,22; Mk 10,52; Lk 7,5o; 17,19; 18,42). Lesen sie einmal diese Stellen nach.

2.Sie können nun auch Vergleiche ziehen mit anderen Religionen. Finden sie eine Religion, die so wunderbare, so beglückende, ermutigende und von solcher Hoffnung erfüllte Botschaft über unser Leben hier auf Erden und für das Leben nach unserem Tod, als Jesus sie den Aposteln zur Verkündigung aufgetragen hat mit den Worten: "Geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern". (Mt 28,19)

3. Sie konnten bei den angeführten Zeugnissen selbst feststellen, daß Gott nicht der Angstmacher, sondern Angstbefreier ist! Daß er seiner Liebe keine Grenzen gesetzt hat. Gott ist wehrlos in seiner Liebe.

4. Sie werden mir auch sagen: Ja, ob ich im Alter, wenn Krankheit und Todesängste mich bedrohen an all diese hoffnungsvollen und ermutigenden Worte denken werde, die sie da geschrieben haben? Ich weiß, die werden sie nicht alle behalten. Das ist auch nicht notwendig. Greifen sie eine Begebenheit aus den Evangelien heraus; Vielleicht jene drei Sätze, ich ihnen Seite 18 und in der Kurzpredigt angegeben habe; Ich will sie ihnen nochmals hier anführen "Wie könnte ich dich preisgeben, Ephraim, wie dich aufgeben Israel . . . Mein Herz wendet sich gegen mich, Erbarmen überwältigt mich" (Hosea 11,8) . . . Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben". (Hosea 14,5). "Wenn unser Herz uns auch anklagt, so ist Gott ist größer als unser Herz und er weiß alles". (1 Joh 3,2o). Gott, unser Vater, dein Sohn hat uns von dir Kunde gebracht. Er hat uns erkennen lassen, wie du bist: Gewaltig in deiner Gottheit, groß in deiner Huld für deine Geschöpfe, wehrlos in deiner Liebe. (Schott 2 S. 1269, Nr.5). Vielleicht hat ein Pauluswort sie beeindruckt; das ihnen Mut gemacht und Hoffnung gegeben hat. Prägen sie es sich ein; schreiben sie es auf und lesen sie es immer mal; vielleicht als Morgengebet oder Abendgebet. Sie werden erfahren: Ihr Glaube wächst. Die Worte Gottes machen sie froh. Sie begegnen in ihnen Gott selber. So hat es uns das 2.Vaticanum wieder neu gesagt. Und sie werden es mir bestätigen, was jene Frau mir beim Abschied gesagt hat: "Herr Pastor, sie haben uns das Sterben leicht gemacht . . . Sie haben uns die Angst vor dem Tod genommen"! Das war eine meiner Absichten, als ich den Gedanken faßte, meine Erfahrungen aus meiner seelsorglichen Tätigkeit in einem Büchlein niederzuschreiben: Ich wollte ihnen die Angst vor dem Tod nehmen, die Angst vor der Begegnung mit Gott. Ich wollte ihnen sagen: Gott ist nicht der Angstmacher, sondern der Angstbefreier! Sie sollten ihres Glaubens wieder froh werden.

5. Noch etwas bewegte mich: Die Älteren unter ihnen haben noch eine Aszese erlebt, die oft von der Furcht und Angst vor der Begegnung mit Gott geprägt war. Das Furchtmotiv war oft der Leitfaden bei vielen Verkündigungen gelegentlich von Exerzitien und Volksmissionen oder auch Gesprächen im Beichtstuhl. Ich wollte die ins Abseits gedrängten, ermutigenden, frohmachenden und hoffnungsvollen Wahrheiten wieder herausstellen ohne die ernsten Wahrheiten zu verschweigen.

6. Das Trierer Bistumsblatt, der Paulinus, berichtet von einem Studientag der Seelsorger und Seelsorgerinnen der Region Mosel-Eifel-Hunsrück in Springgiersbach, unter Anwesenheit von Bischof Spital. Der Bericht war überschrieben mit den Worten: Kirche soll den Himmel offen halte! Sie werden erkannt haben, daß das auch mein Ziel war bei vorliegendem Büchlein. Wir müssen den Himmel offen halten für unsere Gläubigen, die ehrlichen Herzens den Weg zu Gott suchen. Wir dürfen ihnen nicht durch überholte Gebote und Verbote den Weg zum Himmel versperren. Wir dürfen die Tür nicht durch übertriebene Strenge verrammeln, so daß auch jene nicht mehr hineinkommen, die guten Willens sind.

7. Ich habe sie eingeladen zu einem frohen, bejahenden Glauben an die Liebe Gottes, unseres himmlischen Vaters; an den für uns in den Tod gegangenen Herrn Jesus Christus, unseren Erlöser und Retter; an unseren Anwalt, den Hl. Geist. Auch sie sollten wieder frohen Herzens beten können: Ich glaube an die Gemeinschaft der Heiligen, die Vergebung der Sünden, die Auferstehung der Toten und das ewige Leben! Mit ihnen möchte ich nun beten Allmächtiger Gott! Du uns über alles liebender Vater im Himmel! Wie Bartimäus, der Blinde am Weg von Jericho, so rufe ich zu dir: Rabbuni! Ich möchte sehen können! Dem Blinden gab dein Sohn Jesus zur Antwort: Geh! Dein Glaube hat dir geholfen! Und er konnte wieder sehen. Öffne auch mir die Augen für das Licht des Glaubens, und laß mich das ermutigende und alle Zweifel lösende und mich von allen Ängsten befreiende Wort hören: Dein Glaube hat dir geholfen! Gehe hin in Frieden! Darum bitten wir gemeinsam durch Christus, unseren Herrn, Amen.

GOTT IST FÜR UNS (Kurzfassung einer Predigt)

Jede Woche lesen sie in der Presse Ergebnisse von Statistiken über Rundfragen der Meinungsforschungsinstitute. Man fragt nach der Popularität der Politiker, nach den Erfolgsausichten der Regierungsprogramme, nach dem Beliebtheitsgrad der Stars usw. Es wäre sicher aufschlußreich, ihnen einen Fragebogen zuzuschicken, auf dem nur die eine Frage stände: Was bedeutet für sie der Glaube? - Was würden sie schreiben? Ist der Glaube für sie eine Last oder bringt er Freude in ihr Leben? Befällt sie eine Angst, wenn sie an Gott denken, an das Ende ihres Lebens, an den Tod? Oder wird etwas wie Mut, Freude, Vertrauen, Hoffnung in ihnen lebendig? Werden sie vielleicht alle möglichen "Wenn und Aber" anführen? Predigten, nach denen sie sich wie erschlagen vorkamen und ihres Glaubens nicht mehr froh waren!

"Was ergibt sich nun, wenn wir das alles bedenken? Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns? Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken". (Röm 8,31­32)

1. In diesen Zeilen gibt uns der Apostel Paulus die Antwort: "Ich glaube, weil ich überzeugt bin, daß Gott mich liebt"! Um allen Einwänden von vorneherein die Spitze abzubrechen, kleidet der Apostel seine Aussage in die Frage: "Wenn Gott für uns ist, wer ist dann gegen uns?".

2. "Gott ist für mich". Das beinhaltet zunächst einmal: Gott will mich, so wie ich bin! Mit meinen Fehlern, Schwächen und Armseligkeiten; mit meinen guten und weniger guten Erbanlagen; mit meiner schönen oder unschönen Figur. Gott will, daß ich lebe. Er sagt "Ja" zu mir. Er nimmt dich und mich ernst, so un­scheinbar und unwichtig wir uns selbst vorkommen mögen. Er nimmt uns so ernst, daß er für uns ans Kreuz gestiegen ist und im Tod noch seine Seite hat öffnen lassen, um uns zu überzeugen, wie sehr er uns liebt.

3. "Gott ist für mich" auch wann ich es nicht verdiene! Für den Apostel Paulus bedeutet das, daß nichts uns von Gott zu trennen vermag: Weder Traurigkeit noch Angst, ob man morgen noch etwas zu essen haben wird. Weder Verfolgung noch Unterdrückung Paulus mußte vor den eigenen Landsleuten fliehen. Selbst die größte Bedrohung durch den Tod kann in ihm dieses Vertrauen nicht zerstören: "Gott ist für mich"!

4.Gilt das auch von unserer Schuld? Ein erfahrener Theologe und Prediger schrieb vor einiger Zeit: "Man darf ruhig einmal den Verdacht aussprechen, daß die Katechismuswahrheit, schwere Sünden trennten uns von Gott, eine der gefährlichsten Halbwahrheiten des christlichen Glaubens darstellt, weil sie geeignet ist, diesem Glauben das Herzstück herauszubrechen, nämlich: das Vertrauen auf die grenzenlose Vergebungsbereitschaft Gottes (Zerfaß). Soll es wirklich so sein, daß einer, der nach dem objektiven Gesetz schwere Schuld auf sich geladen hat, aber am Sonntag zum Gemeindegottesdienst kommt; seinen Glauben an Gott bekennt und das Opfer der Versöhnung mitfeiert; der zuhause und in der Kirche betet; der auch sonst seine Pflichten als Christ erfüllt; soll es wirklich so sein, daß eine Trennwand zwischen Gott und ihm steht? Daß alle Brücken zwischen Gott und diesem Menschen abgebrochen sind und kein hinüber und herüber mehr gibt? Daß Gott, der nach der Offenbarung doch unser Vater ist uns so hart und grausam behandelt, daß es von seiner Seite kein liebendes Du mehr für mich gibt?

Wer das glaubt, macht das Evangelium nicht zu einer Frohbotschaft, sondern einer Drohbotschaft. Die Frage ist doch: Macht Gott, unser Vater, sich menschliches Urteilen und Verurteilen zu eigen oder ergreift er Partei für mich, gegen mein eigenes Gewissen und gegen die Anklagen der Menschen um mich herum? Ich habe an anderer Stelle (S.18) aus dem Alten Testament die Worte des Propheten Hosea angeführt, die ich hier noch mal zitieren möchte. Der Prophet legt Gott die Worte in den Mund. Wie könnte ich dich preisgeben, Ephraim, wie dich aufgeben, Israel Mein herz wendet sich gegen mich, Erbarmen überwältigt mich (11,8). Ich will ihre Untreue heilen und sie aus lauter Großmut wieder lieben. (14,5). Ebenso ermutigend sind die Warte des Apostel Johannes in seinem ersten Brief an die jungen Christengemeinden: "Nenn unser Herz uns auch anklagt, so ist Gott größer als unser Herz und er weiß alles". (1Joh 3,20).

Im gleichen Sinn schreibt der Apostel Paulus im Brief an die Römer: "Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen?" Gott ist es, der gerecht macht! Wer kann sie verurteilen? Christus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein". (Röm 8,33-34)

Den schönsten Text in der neueren Verkündigung der Kirche fand ich in einem Kirchengebet, das da lautet: Gott, unser Vater, dein Sohn hat uns von dir Kunde gebracht. Er hat uns erkennen lassen, wie du bist: Gewaltig in deiner Gottheit, groß in deiner Huld für deine Geschöpfe, wehrlos in deiner Liebe. (Schott 2 S. 1269, Nr.5).

Es mag Zeiten geben, wo wir eines Bußpredigers bedürfen, der uns sagt: Du bist ein Versager, du bist ein Sünder, ein ganz armseliger Wicht! Aber noch dringender bedürfen wir dessen, der uns sagt: Deine Schuld kann mich nicht davor zurückhalten, dir gut zu sein. "Denn Gott bin ich, nicht ein Mensch. Ich mag nicht verderben!". So spricht Gott beim Propheten Hosea (11,9). Gott zerschlägt uns Menschen nicht wegen unserer Sünden. Er macht uns nicht "fertig". Er läßt uns nicht, von unserer Schuld erdrückt, am Boden liegen. Nein, er liebt uns mit unendlicher Liebe. Der Apostel sagt: "Christus ist für uns gestorben. Noch mehr: er ist auferstanden und tritt zur Rechten Gottes für uns ein"! Gott ist für mich! Wer sich zu diesem Glauben durchringt und gegen alle Skepsis und Angst zu glauben wagt, wird schließlich noch eine dritte Aussage wagen können: Gott ist für mich, bedeutet, daß ich daran glaube, daß Gott auch dann noch für mich ist, wenn ich der Überzeugung bin, er habe sich von mir zurückgezogen. Jedes Leben kennt seine Dunkelheiten und Bedrohungen, vor allem die Bedrohung durch den Tod. Aus seiner eigenen Erfahrung schreibt darum der Apostel euphorisch: "Ich bin überzeugt, weder Tod noch Leben, weder Engel noch Herrschaften, weder Mächte, weder Hohes noch Niedriges, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges. Noch sonst etwas Geschaffenes wird uns scheiden können, von der Liebe Gottes, die da ist in Christus Jesus, unserem Herrn" (Röm 8,31 ff).

In einem Kirchenlied singen wir: Herr, gib uns Mut zum Hören auf das, was du uns sagst. Wir danken dir, daß du es mit uns wagst. Herr, gib uns Mut zum Glauben an dich, den einen Herrn. Wir danken dir; denn du bist uns nicht fern". (GL Nr.521). Gott ist ein Risiko mit uns eingegangen, auch auf die Gefahr hin, daß wir ihm einmal den Rücken kehren. Er hat uns deshalb nicht die Tür gewiesen. Wir haben die Zusage Gottes, daß er uns mit unendlicher Liebe liebt. Gott ist getreu. Gott ist für mich! Gott liebt mich! Gott steht immer auf meiner Seite!

Zu Bachs Text: "Ich freue mich über den Tod" paßt eine andere Kantate die ein unsagbares Vertrauen auf Gottes Liebe ausspricht: "Jedoch, erschrockenes Herz, Leb und verzage nicht! Tritt freudig vor Gericht! Und überführt dich dein Gewissen, Du werdest hier verstummen müssen, so schau den Bürgen an, der alle Schulden abgetan! Es ist bezahlt und völlig abgeführt, was du, o Mensch, in Rechnung schuldig blieben; Des Lammes Blut! O großes Lieben! Hat deine Schuld durchstrichen!" in unserem Leben geblieben. Vielleicht ist das der Grund, warum der Hl. Geist s o wenig verehrt wird.