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Die Auflehnung der Engel

Lucifer ist von Gott durch die Kraft göttlicher Majestät geschaffen. Er ist die Erstgeburt (der erste Edelstein) der Schöpfung Gottes, der erste aller Kreaturen, der die unermeßliche Herrlichkeit Gottes erblickt. Er ist ausgestattet mit größter Kraft des Wollens (Strebens) und des Verstandes, mit Vorauswissen –alle Ewigkeit liegt gleichsam wie erfüllt vor ihm- und aller Erkenntnis der Welt –es gibt keine Geheimnisse, er kennt auch alle Gnaden Gottes, auch diejenige der Inkarnation (Menschwerdung Gottes) um die er von den Mächten und Fürstentümern unter den himmlischen Wesen weiß, denen Gott es zur Kenntnis gab (, deren Sinn er aber –wie alle Engel- noch nicht versteht). Er ist gestaltet in aller Schönheit der Welt, mit allem Schmuck an blitzender Herrlichkeit der gesamten Schöpfung. Er strahlt am reinsten den Glanz der göttlichen Lichtquelle wider. Er ist so vollendet, daß er in seiner Kraft, Wollen und Schönheit keinen Mangel erspürt. Er lebt als Engelsfürst in den Höhen der himmlischen Glorie und herrscht mit großem Ruhm. Er soll als lichter Spiegel (wie ein Leuchter, in dem eine flackernde Flamme brennt) das Leuchten Gottes in die Schöpfung (in seine Heerschar) hineintragen. Er ist in leuchtender Klarheit geschaffen, auf daß er die Geheimnisse Gottes künden könnte. Er steht daher im Mittelpunkt der Schöpfung und alle Engel blicken auf ihn. Er ist im besitze des göttlichen Geleites, das ihn über seine ebenso vollendete innere Schönheit zum demütigen Blick (weg von sich selbst hin) auf die unermeßliche Herrlichkeit seines Schöpfers und damit zur gehorsamen Annahme der Art und Weise, wie er zu leben habe, befähigt. Er spürt in seinem Innersten, daß er seine ganze Kraft auf das Gute (Gott) auszurichten und mit all seinem Schmuck ausschließlich (Gott) zu dienen (loben) hat.

Er nutzt nicht die ihm von Gott gegebene aus seiner inneren Schönheit erwachsende Kraft der demütigen Anerkennung Gottes und verharrt in der Anfangshaltung des Blickes auf sich selbst, auf seine herausragende äußere Kraft, Schönheit und Gewalt. Er erachtet in der Folge den ihm (von Gott) bestimmten Platz als zu gering, um seine Kraft und Schönheit zur "vollen" Geltung zu bringen. Er nährt den Gedanken die ganze Welt selbst bewältigen zu können.

Er plant frei (von jeglicher Dienstpflicht Gott gegenüber), autonom zu sein und richtet sein Augenmerk nach "Norden" auf einen leeren Ort, einen freien Ort außerhalb des Weltgefüges, der von Gott nicht schöpferisch ausgefüllt wurde. Dieser Ort heißt Hölle, hat weder oben (ein "Dach") noch unten (einen "Grund") eine Begrenzung. Gott wollte durch die Finsternis des Nichts, die Existenz der lichten Schöpfung unterstreichen (denn wie könnte wohl das Licht erkannt werden, wenn nicht durch die Unterscheidung von der Finsternis) und seine alles (das Nichtsein und das Sein) umspannende Allmacht zeigen. Hier im Nichts will Lucifer seinen eigenen Sitz errichten und spricht in vermessener Selbstüberhebung zu sich selber:

" So wie dieser (Gott) hier (in der himmlischen Glorie) glänzt will ich dort (im Nichts, in der Hölle als zweiter Gott) glänzen! Was wäre das für eine herrliche Sache, wenn ich - anstelle des Lobes Gottes- aus freiem Willen wirken könnte und Werke täte, die ich bisher Gott allein nur machen sah."

Er vertraut dabei auf seine eigene Kraft und rechnet nicht damit je (seine Glorie) verlieren zu können. Er wird bestärkt durch seine ganze Streitschar:

"Was Du willst, wollen auch wir. Ja wir wollen den Thron unseres Herrn (Lucifer) nach Norden setzen gegen den Allerhöchsten."

So beschlossen sie auf immer Streit und Zwietracht unter den Dienern Gottes zu stiften. Ihr Herr sollte von solcher Gewalt und Herrlichkeit sein, wie der Allerhöchste jener Wesen. Das Schicksal dieser auflehnerischen Engel ist mit der ersten Willensentscheidung schon entschieden. Gott überläßt sie (wie jeden verstockten Sünder) sich selbst, d.h. der eigenen Schwäche (dem Irrtum). Kaum aber gedachte Luzifer, vom Stolze aufgeblasen, diesen Wahnwitz auszuführen, da erhob sich wie eine feuerspeiende, schwarze Wolke die Zorngewalt des Herrn. Gott erweckte in der Machtfülle seines Wirkens ein brennendes Feuer in der engelhaften Ordnung, der den Feind gänzlich niederwarf. Ein Rufen wurde laut unter der Engelschar:

"Wer ist wie Gott!"

So trat der Erzengel Michael an die Stelle Lucifers in Demut und nicht in Stolz. Die Teufelsbrut zerstob. Da Lucifer mit seinem Anhang stolz verschmähte, Gott zu erkennen, erstarb in ihm der blitzende Lichtglanz, mit dem ihn die Macht Gottes bekleidet hatte. Er selbst zerstörte in sich die innere Schönheit, deren Erkenntnis ihm zum Guten hätte dienen sollen. Und gierig streckte er sich nach der Bosheit aus, die ihn in ihren Schlund zog, weil er keinerlei Anstalten machte, Gottes Gunst wiederzuerlangen. So erlosch er für die ewige Herrlichkeit und stürzte in immerwährendes Verderben. Mit ihrem Anführer erlosch auch für die übrigen "Sterne" jedes Licht der Seligkeit. Alsbald fuhr ein Wirbelwind von ihnen aus, der sie vom Süden (vom Guten) verjagte, zum Norden (zum Nichts) hin, hinter Den, der auf dem Throne saß. Dieser Sturmwind der Gottlosigkeit wirbelte die Engel der Bosheit hoch, da sie sich über Gott erhoben und in ihrem Stolz zu Fall bringen wollten. Sie riß sie vom Guten hinweg und trieb sie nach rückwärts, in die Vergangenheit. Sie stürzten in den Abgrund, in das Nichts. Für Gott, der alles beherrscht, sind sie nicht mehr. Welch ein Fall!

"Ach, wie bist du vom Himmel gesunken, Schimmernder, Sohn des Frührots, niedergehauen zur Erde, Überwinder der Stämme! Du, der du sprachst in deinem Herzen: himmelhoch steige ich auf, noch höher als die göttlichen Sterne erhebe ich meinen Stuhl, sitze hin auf den Berg der Begegnung am Lendenbuge des Nordens, hoch auf steige ich, wolkenkuppenhoch, mit dem Höchsten meß ich mich dann! Jedoch du mußtest zum Gruftenreich hinab, zum Lendenbuge der Tiefe!" (Js 14, 12-15).

Die anderen Engel machten sich jedoch die stolze Erhebung Lucifers nicht zu ihrem Anteil, sondern beharrten starkmütig in der Liebe Gottes. Da entbrannte in ihnen ob des Sturzes der Abtrünnigen der Eifer Gottes und sie umkleideten sich mit der Wachsamkeit der göttlichen Liebe. So entstieg dem Sturze des Teufels in den Engelgeistern, die unerschüttert bei Gott verharrten, ein gewaltiger Lobpreis. Erleuchtet von der Schau Gottes erkannten sie mit durchdringender Klarheit, daß Gott nicht gestürzt werden kann! Da flammte in ihnen die Liebe auf, und sie sind nunmehr gefestigt in der Gerechtigkeit. Alle Ungerechtigkeit ist ihnen wie Staub, die sie verachten.

Die Seligkeit der Engel konnte durch die verlorenen Geister nicht getrübt werden, da Gottes Güte eine noch größere Beseligung ersonnen hatte: Durch die zerbrechlichen Gefäße leibhaftiger Geister sollte die himmlische Schlachtordnung ersetzt und in Kraft und Schönheit noch übertroffen werden. Der Mensch soll eintreten in die erste Schöpfung im Licht. Im Jubel darüber, daß sie die Zahl der gefallenen derart wieder hergestellt wußten, vergaßen sie den Fall selber als wäre er nie gewesen.