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Maria

        Gott wollte, dem Universum, das Er aus dem Nichts geschaffen hatte, einen König geben, der das oberste Wesen sein sollte unter allen aus Materie geschaffenen und selbst materiellen Wesen; der etwas weniger als göttlich sein sollte in seiner geistigen Natur, vereinigt in seiner Unschuld mit der Gnade wie am ersten Tag. Doch der höchste Geist, der alles weiß, was in den fernsten Zeiten geschieht, alles kennt; der unmittelbar alles weiß, was war, was ist und was sein wird; der, während er das Vergangene betrachtet und die Gegenwart beobachtet, seinen Blick auch auf die fernste Zukunft richtet; der weiß, welchen Todes der letzte Mensch sterben wird –und das alles ohne Verwirrung und Unterbrechung -; dieser höchste Geist wußte stets, daß der von ihm vorhergesehene und erschaffene König, der nach der Kindheit (seines irdischen Aufenthalts) als Erwachsener in sein Reich kommen sollte – der höchste Geist wußte stets und sah voraus, daß dieses Geschöpf gegen sich selbst das Verbrechen, die Gnade in sich zu töten und sich des Himmels zu berauben, begehen würde.

        Warum hat er ihn dennoch erschaffen?

    • Verdient dieser Erdentag es nicht, obwohl er arm und bloß und rauh geworden ist infolge der Bosheit (der Menschen), gelebt zu werden, um das von Gotteshand ins Universum gestreute unendliche Schöne kennenzulernen und zu bewundern? Erheben wir unseren Blick in die unbegrenzte Freiheit der Firmamente, und wir erkennen unschwer, daß uns immer jener gegenwärtig ist, der uns die Freude des Seins schenkte, und wir danken ihm, uns das Dasein geschenkt zu haben, das Licht, das Leben, das Freisein und das Schönsein inmitten der erquickenden Bläue.
    • Darüber hinaus können wir ein noch erhabeneres Blau sehen: das Paradies, und wir erfüllen den zweiten Teil seines Liebesgebotes, indem wir erkennen, daß Gott uns als Nächsten im Universum, liebt; er liebt uns und gibt uns Führung und Licht, Wärme und Schönheit. Für wen sonst hätte Gott das Universum geschaffen, da Gott es zu seiner Freude nicht benötigte; er hat keine Bedürfnisse. Er genügt sich selbst. Er braucht nur sich zu betrachten, um sich zu ergötzen und zu ernähren, um zu leben und zu ruhen. Die ganze Schöpfung hat die Unendlichkeit seiner Freude, seiner Schönheit, seines Lebens und seiner Macht nicht im geringsten erhöht. Vielmehr hat er alles für sein Geschöpf gemacht, das er zum König über das von ihm geschaffene Werk setzen wollte, den Menschen.
    • Es lohnt sich, zu leben, um dieses großartige Werk Gottes zu schauen und ihm zu danken für seine Machtentfaltung. Wir müssen im dankbar sein, daß wir leben. Was wir wissen, wissen wir durch Gottes Licht. Was wir entdecken, entdecken wir auf einen Hinweis Gottes, soweit es gut ist. Die anderen Erkenntnisse und Erfindungen, die das Zeichen des Bösen tragen, kommen vom höchsten Bösen, vom Satan.

        Der höchste Geist, dem nichts unbekannt bleibt, wußte schon vor der Erschaffung des Menschen, daß dieser aus eigenem Willen Dieb und Mörder geworden wäre. Da aber die ewige Güte Gottes ohne Grenzen ist, dachte Gott, noch bevor die Sünde begangen wurde, an ein Mittel, um die Schuld wiedergutzumachen. Das Mittel ist das WORT. Das Werkzeug, um aus dem Mittel ein wirksames Instrument zu machen, war Maria. Die Jungfrau wurde im erhabenen Gedanken Gottes geschaffen. Alle Dinge sind geschaffen worden für das WORT, dem geliebten Sohn des Vaters! Als König hätte das WORT unter seinen Füßen Teppiche und Kleinodien haben müssen, wie kein Königspalast sie je gehabt hat; Lieder und Stimmen, Knechte und Diener hätten ihn umgeben müssen, wie kein Herrscher je zuvor. Aber Er sollte auch Fleisch sein, nicht nur Geist: Fleisch um das Fleisch zu erlösen; um das Fleisch zu veredeln; um es in den Himmel zu tragen, viele Jahrhunderte vor der Zeit. Das vom Geist bewohnte Fleisch ist das Meisterwerk Gottes, und für dieses ist der Himmel geschaffen worden!

        Um Fleisch zu werden, bedurfte das WORT einer Mutter. Um Gott zu sein, mußte sein Vater Gott sein. Und siehe da, Gott schuf sich eine Braut und sagte zu ihr:

        "Folge mir! An meiner Seite wirst du sehen, was ich für unseren Sohn tue. Schau und juble, ewige Jungfrau, ewige Tochter. Dein Lachen erfülle dieses Reich, gebe den Engeln den Ton an und lehre das Paradies die himmlische Harmonie! Ich schaue auf dich. Ich sehe dich schon, wie du sein wirst, o unbefleckte Frau, die du jetzt nur Geist bist, Gedanke, an dem ich Wohlgefallen finde. Ich schaue auf dich und indem ich deine künftigen Gedanken lese und das Klopfen deines Herzens höre, habe ich ein Leitmotiv für meine Schöpfung. Komm meine Freude, bewohne die Welten zum Zeitvertreib, solange du noch tanzendes Licht meines Gedankens bist. Die Welten sind da für dein Lachen. Bewohne die Kränze der Sterne und die Ketten der Gestirne. Lege dir den Mond unter deine edlen Füße und umgürte dich mit dem Sternengurt der Milchstraße! Für dich sind die Sterne und Planeten erschaffen worden. Komm und erfreue dich an den Blumen, die deinem Kind zum Spielzeug und dem Sohne deines Schoßes zum Kissen dienen werden! Komm und schau, wie ich die Lämmer bilde, die Adler und die Tauben! Sei mir nahe, während ich die Schalen der Meere und die Betten der Flüsse erschaffe, die Berge erhebe und sie bemale mit Schnee und Wäldern; während ich das Getreide säe und die Bäume und den Weinstock bilde; die Olivenbäume für dich meine Friedensträgerin, und den Weinstock für dich, meine Rebe, die die eucharistische Traube tragen wird.

        Eile, fliege, juble meine Schöne, und lehre die ganze Welt, die von Stunde zu Stunde erschaffen wird, mich zu lieben, du Liebevolle; die Welt soll schöner werden durch dein Lächeln, o Mutter meines Sohnes, du Königin meines Paradieses, du Liebe deines Gottes. Komm zu mir, die du die Bitterkeit des menschlichen Ungehorsams, der menschlichen Unzucht mit Satan und der menschlichen Undankbarkeit auslöschtest, mit dir werde ich Vergeltung üben an Satan!"

        Der erhabene Sieg Gottes über Satans Rache bestand darin, die Vollkommenheit des erwählten Geschöpfes so zu steigern, daß wenigstens in Einer der Hauch jener menschlichen Schwäche, die dem Gift Satans Einlaß verschafft, nichtig wurde; und somit sollte der Sohn nicht aus einer menschlichen Vereinigung, sondern aus der göttlichen Umarmung, die den Geist im Feuer der Ekstase verzückt, hervorgehen. Betrachten wir die Jungfräulichkeit der Jungfrau.

    • Was ist die arme, erzwungene Jungfräulichkeit einer Frau, die von keinem Mann begehrt wurde? Weniger als nichts!
    • Was ist die Jungfräulichkeit einer Frau, die um Gottes Willen ehelos bleibt, dies aber nur dem Leibe und nicht dem Geiste nach? Sie läßt viele zügellose, unreine Gedanken in ihren Geist eintreten, spielt mit diesen und läßt sich von den menschlichen Vorstellungen liebkosen! Das ist nur ein Larvenstadium der Jungfräulichkeit.
    • Was ist die Jungfräulichkeit einer Gottgeweihten, die nur für Gott lebt? Viel, doch ist sie nie so vollkommen, wie die Mutter Jesu!
    • Maria ist die Jungfrau! Bei Ihr ist immer eine Bindung vorhanden gewesen, selbst beim Heiligsten: jene zwischen Geist und Schuld; jene, die nur die Taufe zu lösen vermag. Sie löst sie; doch wie eine Frau, die durch den Tod von ihrem Manne getrennt wird, nicht die ganze Jungfräulichkeit wiederfindet, so gibt die Taufe nicht diese vollkommene Jungfräulichkeit zurück, die unseren Stammeltern vor der Sünde eigen war. Eine Narbe bleibt und schmerzt und bringt das Frühere in Erinnerung, und die einstige Wunde ist stets bereit, wieder aufzubrechen, wie gewisse Krankheiten periodisch durch ihre Viren neu entfacht werden. Die Jungfrau Maria hat diese Narbe einer aufgelösten Bindung mit der Schuld nicht. Ihre Seele erscheint schön und unberührt wie damals, als der Vater sie erdachte und in ihr alle Gnaden vereinigte. Sie ist die Jungfrau. Sie ist die einzige. Sie ist die Vollkommene. Sie ist, wie sie erdacht wurde. So wurde sie geboren. So ist sie geblieben. So wurde sie gekrönt. So ist sie in Ewigkeit. Sie ist ein Abgrund der Unberührtheit, der Reinheit, der Gnade, der sich verliert im Abgrund aus der sie stammt: Gott. Unberührtheit, Reinheit, vollkommenste Gnade. Siehe, so rächt sich Gott, der Dreieinige. Gegen alle entheiligten Geschöpfe erhebt er diesen Stern der Vollkommenheit. Gegen die Neugierde erhebt er diese heilige Scheu, die allein in der Liebe Gottes Befriedigung findet. Dem Wissen um das Böse stellt Er diese erhabene Unwissende gegenüber. In ihr ist Unkenntnis der bösen Neigungen, die Erbschaft der Sünde ist. In ihr ist gleichzeitig Kühle, Weisheit und weißglühende Gottesliebe. Ein Feuer, welches das Fleisch mit Eis panzert, damit es der durchsichtige Spiegel sei am Altare, wo Gott sich mit der Jungfrau vermählt und sich dennoch nicht erniedrigt; denn seine Vollkommenheit umarmt jene, die, wie es einer Braut sich geziemt, nur in einem Punkt niedriger ist als der Bräutigam: Sie ist ihm unterworfen als Frau, aber ohne Makel wie Er.